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E69 / 169

Als LAG 1 bis 5 wurden die fünf weitgehend ähnlichen Elektrolokomotiven der Lokalbahn Aktien-Gesellschaft (LAG) bezeichnet. Nach der Verstaatlichung der LAG am 1. August 1938 bezeichnete die Deutsche Reichsbahn (DR) die Lokomotiven als E 69 01–05.

Alle fünf Lokomotiven wurden von der LAG beschafft und auf der Ammergaubahn von Murnau nach Oberammergau eingesetzt. Diese Strecke wurde 1904 zuerst mit Einphasenwechselstrom von 5,5 kV bei einer Frequenz von 16 Hz elektrifiziert. Der Betrieb wurde mit vier elektrischen Triebwagen aufgenommen. Später erfolgte jedoch eine Umstellung auf 5 kV 16 ⅔ Hz wegen der einfacheren Umformung aus dem öffentlichen 50-Hz-Netz. Bei der Übernahme 1938 reihte die DR alle Lokomotiven als Baureihe E 69 in ihr Nummernsystem ein; bei der LAG hatten die Loks sowohl Nummern als auch weibliche Vornamen. Die Deutsche Bundesbahn (DB) baute 1954/55 die Strecke auf ihr Bahnstromsystem mit 15 kV 16 ⅔ Hz um, was einen größeren Umbau der Maschinen nötig machte.

Als das Verkehrsaufkommen auf der Strecke immer weiter zunahm und insbesondere im Hinblick auf die Oberammergauer Passionsspiele 1910, mussten weitere Lokomotiven für den Einsatz vor Personenzügen beschafft werden. Die LAG 2 wurde im August 1909 in Dienst gestellt, Lieferfirmen waren Krauss und SSW. Äußerlich war sie der LAG 1 sehr ähnlich und sie hatte auch den gleichen Stromabnehmer, lediglich die Vorbauten waren etwas höher, um die wesentlich stärkeren Motoren unterzubringen.
Bereits drei Jahre danach, 1912, wurde von denselben Lieferanten die LAG 3 geliefert, die ein nahezu identischer Nachbau ihrer Vorgängerin war. Von der LAG 2 unterscheidet sie sich lediglich in kleinen Details.

Bei einem Umbau in der LAG-Werkstatt in Murnau wurde 1938 in Zusammenarbeit mit BBCnahezu die gesamte elektrische Ausrüstung der LAG 2 erneuert. Dabei wurde auch eine BBC-Sicherheitsfahrschaltung eingebaut. Die gleiche Behandlung erfuhr nach der Übernahme durch die DR die E 69 03 im AW München-Freimann im Jahre 1940.
Beide Maschinen erhielten 1949 Fahrmotoren von ausgemusterten Elektro-Triebwagen der Baureihe ET 31. Die Umstellung der Strecke auf Bahnstrom 15 kV, 16 ⅔ Hz machte einen erneuten Umbau erforderlich, der wieder im AW München-Freimann durchgeführt wurde. Dabei wurden auch Einrichtungen für den Rangierfunk eingebaut. 1955 wurden beide Loks dann in Heidelberg stationiert, wo sie als Verschiebeloks eingesetzt wurden. Nach neun Jahren in der Fremde kehrten sie 1964 auf ihre bayrische Stammstrecke zurück, wo sie bis zu ihrer Ausmusterung 1982 Dienst taten. 169 002 war viele Jahre lang die älteste E-Lok der DB.

Im Laufe der Zeit (gegen Ende der 1960er Jahre) wurden bei E69 02 das jeweils rechte Fenster an Führerstand 1 und 2 und bei E69 03 das linke und rechte Seitenfenster an Führerstand 1 verschlossen und durch Bleche ersetzt. Zudem unterscheiden sich die Loks an der Position der Handläufe. Bei E69 02 liegen diese oberhalb der Vorbauten und bei E 69 03 seitlich an den Vorbauten.

Beide Lokomotiven existieren noch und befinden sich im Besitz des DB-Museums, wo sie optisch aufgearbeitet und wieder in E 69 umgezeichnet wurden.

  • E 69 02 befindet sich in Fahrzeughalle 1 des DB Museum Nürnberg. Die Lok ist fahrfähig.
  • E 69 03 ist betriebsfähig und befand sich als Leihgabe im Bayerischen Eisenbahnmuseum in Nördlingen. Seit März 2008 befindet sie sich im DB Museum in Koblenz-Lützel.

Zu Beginn der 1920er Jahre benötigte die LAG dringend eine leistungsfähige Güterzuglokomotive für die Strecke Murnau–Oberammergau. Siemens in Berlin lieferte 1922 eine zweiachsige Lokomotive mit einem recht eigenwilligen Aufbau. Sie hatte das Führerhaus am Fahrzeugende, davor befand sich ein langer, abgeschrägter Vorbau, auf den sich das weit vorgezogene Dach mit zwei Ständern abstützte. Der mechanische Teil der Lok ist aus einer Hälfte der Siemens-Drehstrom-Versuchslokomotive entstanden, die 1902 für die Studiengesellschaft Elektrische Schnellbahnen Marienfelde–Zossen gebaut wurde. Die elektrische Ausrüstung mit den beiden Tatzlagermotoren wurde jedoch neu entwickelt. Einen Eindruck des ungewöhnlichen optischen Erscheinungsbildes der Lokomotive bietet die gleichartige andere Hälfte der genannten Versuchslokomotive. Diese war bis 1988 als Werkslokomotive bei Siemens in Berlin im Einsatz und befindet sich heute im Deutschen Technikmuseum Berlin.12
1934 wurde von Krauss-Maffei ein neuer Aufbau mit mittigem Führerhaus geliefert, der weitgehend dem der LAG 5 glich. Die Elektrik blieb unverändert bis zum Umbau für das 15-kV-Netz im Jahre 1955 im AW München-Freimann. Die Lokomotive versah ihren Dienst bis zur Ausmusterung 1977.

Danach wurde sie in München in der Arnulfstraße vor dem Bundesbahn-Zentralamt aufgestellt. Nach Verkauf der Liegenschaft wurde die Lok 1997 als Denkmal vor dem Bahnhof in Murnau aufgestellt. 2013 wurde der Anstrich der Lok erneuert und das Denkmal um einen historischen Fahrleitungsmast der Bahnstrecke Murnau–Oberammergau samt Oberleitung ergänzt.

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